Wertschätzung und Feedback im Bäcker-Handwerk. Wie Goeken Backen die easypraise App im Kulturwandel nutzt.

Wertschätzung und Feedback im Bäcker-Handwerk. Wie Goeken Backen die easypraise App im Kulturwandel nutzt.

Mitarbeiter brauchen Feedback zur nachhaltigen Entwicklung und Motivation. Wir durften Benedikt Goeken fünf Fragen stellen, wie er das im Bäckerhandwerk mit der digitalen Unterstützung umsetzt. 

Maren Fischer (Geschäftsführerin easypraise GmbH) im Interview mit Benedikt Goeken (Geschäftsführer Goeken Backen) am 27.03.2020.

Benedikt, bitte stell dich und das Unternehmen kurz vor und gib uns einen kurzen Einblick in deine wichtigsten Führungsgrundsätze.

Ich bin Inhaber von Goeken Backen, bin selbst Bäcker- und Konditormeister und führe das Unternehmen jetzt in 5. Generation. Uns gibt es seit 122 Jahren und mittlerweile an 58 Standorten in Ostwestfalen, die für die tägliche Versorgung mit Brot- und Backwaren sorgen. Trotz unserer Größe verstehen wir uns als traditionelles Handwerksunternehmen. Unsere Herausforderung ist zunehmend, dass wir ein austauschbares Produkt herstellen, das man auch in Supermärkten und Tankstellen erwerben kann. Deshalb ist Personalentwicklung so wichtig. Wir müssen uns laufend mit exzellenter Dienstleistung und Qualität abheben, und dies ist in Zeiten von Fachkräftemangel und erschwerter Nachwuchsgewinnung im Handwerk nicht immer leicht. Das Stichwort „New Work – neues Arbeiten“ ist mir hierbei ein Anliegen. Wir leben flache Hierarchien und überlassen den Mitarbeitern viel Verantwortung. Dafür braucht es Feedback zur regelmäßigen Weiterentwicklung, aber auch damit die Führungskraft weiß, was die Mitarbeitenden bewegt und was diese brauchen.

Weshalb hast du dich dafür entschieden, die easypraise App in deinem Unternehmen zu nutzen?

Wir befinden uns mitten im Kulturwandel. Ich habe das Unternehmen vor 3 Jahren von meinem Vater übernommen. Wir haben uns von der Produkt- zur Kundenorientierung entwickelt und somit auch zu einer stärkeren Mitarbeiterorientierung. Bei easypraise fand ich direkt den Ansatz spannend, nicht nur top-down Rückmeldung zu geben, sondern gegenseitig und auf Augenhöhe. Wir sind dezentral organisiert, wir sind an 7 Wochentagen verfügbar und unsere Beschäftigten sehen sich nicht immer direkt. Auch ich bin nicht immer mit allen im Kontakt. Da ist die App eine super Sache. Einerseits kann ich selbst Rückmeldungen geben und die Kollegen über Push Nachrichten dazu animieren, Feedback zurückzugeben. Oder ich reflektiere einfach auch nochmal zum Ende des Arbeitstages, was mich beschäftigt hat.

Ihr nutzt die App jetzt seit gut drei Monaten. Was kannst du als Zwischenfazit zum Nutzen der App in deinem Unternehmen sagen?

Die Zeiten sind herausfordernd und nicht zuletzt wegen der Corona Krise von weniger planbaren Abläufen bestimmt. Ich habe das Gefühl, gerade diese Unsicherheiten bei den Mitarbeitern kann die App mit auffangen. Wir können uns gegenseitig die notwendige Wertschätzung geben und nochmal mehr darüber reflektieren, ob wir gerade die passenden Maßnahmen und Entscheidungen treffen, bzw. wie diese bei den Mitarbeitern ankommen. Ich möchte gern (natürlich ohne Namen zu nennen) eine Nachricht vorlesen, die ich gestern erst als Feedback bekommen habe: Du hast recht. Feedback ist in den vergangenen Tagen auf der Strecke geblieben. Es ist gerade in diesen schwierigen Zeiten wirklich wichtig, regelmäßig Feedback zu geben und zu bekommen.

Wir sehen uns momentan noch weniger als sonst. Daher ist die Rückmeldung und gegenseitige Wertschätzung wichtiger geworden. Für negatives Feedback wird die App noch nicht viel genutzt. Aktuell finde ich das vollkommen in Ordnung, dass die Anerkennung im Vordergrund steht. Mir persönlich tut es gut zu sehen, dass ich darüber Rückmeldung bekomme, wie unsere Maßnahmen gerade angenommen werden.

Findest du, dass sich das Bewusstsein für Feedback bei deinen Mitarbeitern bereits verändert hat?

Es verändert sich definitiv etwas. Du hast in den Gesprächen selbst erlebt, dass einige langjährige Mitarbeiter erstmal skeptisch waren und anfangs gesagt haben, sie bräuchten keine digitale Unterstützung. Feedback müsse persönlich gegeben werden. Aber gerade jetzt wird den Leuten immer mehr bewusst, dass man im persönlichen Zusammentreffen gar nicht so viel Feedback gibt wie mit der digitalen Unterstützung. Insbesondere dann, wenn ich Feedback bekomme, werde ich darauf gestoßen und gebe schneller auch eine Rückmeldung. Momentan haben wir eine Routine eingeführt, die uns zu wöchentlichem Feedback anhält.

Wieso würdest du anderen Unternehmen raten, die easypraise App im Unternehmen einzusetzen?

Ich habe da für mich mal 4 Punkte herausgearbeitet.

Erstens, jeder braucht Rückmeldung, um sich zu entwickeln.
Zweitens, es ist wichtig, dass Feedback auf Augenhöhe erfolgt und nicht nur top-down, also vom Chef an den Mitarbeiter. In Zukunft finde ich das bottom-up Feedback noch wichtiger und für eine moderne Führungskraft unverzichtbar.
Drittens, die App bietet einen guten Rahmen und Unterstützung zum Formulieren von konstruktivem Feedback. In anderen Kommunikationskanälen wie Email oder whatsapp fehlt diese Anleitung zum Feedback.
Viertens, ihr seid ein junges dynamisches Unternehmen und entwickelt die App bedarfsgerecht weiter. Ich denke, das ist die Grundvoraussetzung, dass ein solches Produkt auch weiterhin erfolgreich ist.