Wie Zusammenarbeit gemessen werden kann

Wie Zusammenarbeit gemessen werden kann

Nur wer gut mit anderen zusammenarbeiten kann, kann auch gute Arbeitsleistungen erzielen. Morten T. Hansen, Professor an der Universität Berkeley, behauptet in seinem Buch „Collaboration: How Leaders Avoid the Traps, Create Unity, and Reap Big Results“ sogar, dass schlechte Zusammenarbeit schlimmer ist als keine Zusammenarbeit. Aber kann man Zusammenarbeit messen? Und wenn ja, wie? – Es liegt nah, dass das Entstehen und Pflegen menschlicher Beziehungen komplex ist und Messungen immer nur eine Annäherung sein können.

Wenn Sie ihren Kollegen fragen, wie gut er mit ihnen zusammenarbeiten kann, dann wird er ihnen beispielsweise antworten, dass er das gut kann. Um zu dieser Antwort zu kommen, hat er unbewusst aber an verschiedene, konkrete Sachverhalte gedacht, an denen er seine Aussage festmachen kann. Hier wird also deutlich, dass zur Zusammenarbeit viele verschiedene Aspekte gehören, die diese erst ausmachen. 

Zusammenarbeit auf Basis von persönlichem Verhalten 

Wenn Zusammenarbeit gemessen werden soll, dann bedeutet das vor allem, Einstellungen und Verhalten und weniger die fachlichen Kompetenzen zu betrachten. Im Kern braucht es für eine gelingende Zusammenarbeit eine positive Antwort auf die Frage: „Tut der Kollege / die Kollegin dem Team gut?“ Ob das der Fall ist, bewerte ich wie oben beschrieben unbewusst anhand verschiedener Verhaltensmerkmale. Bei easypraise haben wir diese Merkmale basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen in derzeit 10 Kategorien unterteilt, welche auf persönlichem und beobachtbarem Verhalten beruhen. Diese möchten wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen. 

Einfühlungsvermögen 

Kann mein Kollege sich gezielt auf andere einstellen und Situationen auch aus einer anderen Perspektive nachvollziehen? 

Offenheit 

Wie sehr ist der Kollege zu Veränderungen und Innovationen bereit? Wie offen ist er für Neues, neue Wege und Menschen? 

Umgang 

Wie gut kann sich ein Kollege im Team einbringen? Wie sehr ist er anpassungsfähig und gesprächsbereit? 

Teamfähigkeit 

Arbeitet der Kollege gerne im Team, betrachtet sich als Teil des Teams und kann eine gute Teamleistung erbringen? 

Kommunikation 

Ist der Kollege in der Lage, sich vernünftig auszudrücken und wertschätzend, angemessen und zielführend zu kommunizieren?

Konfliktverhalten 

Kann der Kollege mit Konflikten umgehen und zur Konfliktlösung beitragen? 

Arbeitsmotivation 

Hat der Kollege eine positive Haltung und innere eigene Motivation? Strahlt der Kollege eine positive Grundhaltung aus?

Verantwortung 

Kann der Kollege für sein Handeln einstehen, eigene Entscheidungen treffen und auch die Konsequenzen tragen? Handelt die Person zuverlässig? 

Engagement 

Wie sehr setzt sich der Kollege auch außerhalb der Arbeit für das Wohl des Unternehmens ein? 

Resilienz 

Lässt die Person auch in Belastungssituation nicht nach? Schaut sie dabei positiv nach vorne? 

Anhand vorgegebener Fragen passiert bei den Teammitgliedern eine Auseinandersetzung mit ihren Beobachtungen zur Zusammenarbeit. Wie Anfangs erläutert, können wir nicht den Anspruch haben, etwas zu 100 Prozent zu messen. Ähnlich wie bei der Auswahlentscheidung von Bewerbern ist der Mensch immer gewissen verzerrenden Effekten unterlegen.

Es braucht eine sinnvolle Basis für den Austausch

Entscheidend ist daher weiterhin, dass Menschen das Gespräch suchen, um Konflikte zu entschärfen, Meinungsverschiedenheiten zu begleichen oder wiederkehrende Beobachtungen zu teilen. Erfahrungsgemäß fällt das Menschen schwer. Es ist für Viele harte Arbeit, Beobachtungen zu verbalisieren und sein Gegenüber damit zu konfrontieren. Wohlwissend, dass es häufig der einzige Weg ist, um Missverständnisse und aufkeimende Konflikte in der Zusammenarbeit zu vermeiden. Sie brauchen daher eine Hilfestellung, welche die Hürde zum Feedback abbaut und Gefühle und Eindrücke objektiviert.

Bei easypraise wurde aus wissenschaftlicher Sicht genau beleuchtet, welche Kategorien für gelingende Zusammenarbeit mithilfe der easypraise App im Team abgefragt werden sollten und wie man diese operationalisieren kann. Da diese die Grundlage des Feedbackprozesses bilden, untersuchen wir fortlaufend durch User-Tests die Erfahrung mit unserem Kategorien- und Fragenkatalog, um unseren Nutzern eine wissenschaftlich fundierte und erprobte Lösung zur Verfügung zu stellen. 

Kann man Zusammenarbeit also messen? Wir können Teamstimmung sichtbar machen und wir können sie natürlich dadurch objektivieren, indem nicht nur eine Person (klassischerweise die Führungskraft oder Teamleitung), sondern alle Teammitglieder ihre Beobachtungen teilen.